Naturschutzgebiet „Huppergruben“ Lausen
Die von Menschenhand geschaffenen und seit 1996 aufgegebenen Huppergruben in Lausen sind ein wahres Erlebnis für die Sinne. Bunte Gesteine, aromatische Düfte, prächtige Blumen, schillernde Schmetterlinge und vielfältige Geräusche erwarten Sie in diesem abwechslungsreichen Lebensraum. Die Ersatzbiotope haben eine unschätzbare ökologische Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in unserer intensiv genutzten Gesellschaft. Das Spiel der Farben in der Huppergrube ist beeindruckend. Es ist am kräftigsten und schönsten bei hohem Sonnenstand und klarem Wetter. Tiefblaue Himmel und sattgrüne Wälder, rostrote bis ockergelbe Huppererden, helle Kalksteine, bunte Blumen und kontrastreiche Schmetterlinge korrespondieren in starken Tönen miteinander.
Die Huppergruben haben auch als kulturhistorisches Zeugnis einen grossen heimatkundlichen Wert. 1991 wurden die Gruben durch den Regierungsrat unter kantonalen Schutz gestellt. So bunt wie die Huppererde so reich ist auch das Mosaik an unterschiedlichen Lebensräumen. Der Abbau im Tagbau liess eine vielgestaltige Landschaft mit unregelmässigem Relief, verschiedenen und variierender Sonneneinstrahlung entstehen. Die Aufschlüsse des Huppers zeigen eine farbige Abfolge von tief-roten, kalkfreien Gesteinen über gelb-orange bis zu weissen, kalkhaltigen Variationen.
Der Hupper – auch Huppererde genannt – besteht vor allem aus Quarzsand mit geringem Tonanteil. Die rot und gelb-orange Färbung kommt durch Eisenoxide zustande. In den Hupper eingelagert findet man haselnussgrosse Bohnerzkörner (aus Eisenhydroxid) und bis zu faustgrosse Kieselknollen, die von weg gelösten Malmkalken stammen und in seltenen Fällen verkieselte Fossilien enthalten. Der Abbau des Huppers begann vermutlich schon im 18. Jahrhundert und dauerte über 200 Jahre an. Im Jahre 1974 wurde zuerst die nordöstliche Grube stillgelegt, weil die Vorkommen erschöpft waren. Die südwestliche Grube wurde noch bis 1996 betrieben, musste jedoch aus Konkurrenzgründen ebenfalls aufgegeben werden. Für lange Zeit war der Hupper ein begehrter Rohstoff zur Herstellung von feuerfesten Produkten wie Klinkerplatten und Kaminsteinen für den Ofenbau.
Weitere Infos zur Huppergrube:
www.lausen.ch
Fotos: Dominik Stohler, Ziefen
Fotografiert am: Samstag, 09. April 2011
Alle Fotos copyright © by Stohler, Ziefen.

















